Häufige Fragen

1. Was meint ihr mit „back to the roots“?

Damit meinen wir Hunde, die noch nicht durch Menschenhand auf eine bestimmte Form oder Funktion hin gezüchtet wurden, sondern noch so sind, wie die Natur sie hervorgebracht hat. Wissenschaftlich fundierte Gentests zeigen, dass Canaan Dogs nachweislich sehr alte Gene in sich tragen, die bis in die früheste Entwicklung des heutigen Haushundes zurückreichen. Diese ursprünglichen Gene gehen in der modernen Hundezucht zunehmend verloren.

2. Sind Canaan Dogs „Urhunde“?

Mitunter liest man, der Canaan Dog sei ein „Urhund“ – wissenschaftlich gesehen ist damit der erste Hund gemeint, der sich von Bild und Genetik klar vom Wolf unterschied. Wie diese Hunde aussahen, ist nicht bekannt. Der Canaan Dog ist in der kynologischen Fachsprache korrekt ein Hund vom Urtyp (englisch „primitive type“).

3. Verhalten sich Canaan Dogs „wölfisch“ oder wie ein Herdenschutzhund?

Nein. Das Gesamtverhalten des Canaan Dogs ist weder das eines Wolfs noch eines klassischen Herdenschutzhundes, sondern das eines spitzartigen Hundes. Wie alle Spitzartigen zeigen Canaan Dogs deutlich an, wenn sich etwas Fremdes im eigenen Territorium nähert – meist durch Bellen und Aufstellen der Nackenhaare, situationsbedingt auch durch Anbellen mit Vorwärtsbewegung („bluff charge“). Der wesensfeste Canaan Dog greift dabei nicht an und eignet sich auch nicht zur Abrichtung als Schutzhund. → Mehr zum Wesen und unseren Grundregeln im Zusammenleben: ausführliches Rasseporträt

4. Sind Kanaanhunde nur für Menschen mit Hundeerfahrung geeignet oder auch für Anfänger?

Es kommt auf den Anfänger an. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Erstlingshalterinnen und -haltern, die sich vor der Entscheidung umfassend informiert und von uns beraten lassen haben und gemeinsam mit uns den passenden Welpen ausgewählt haben. Vorerfahrung mit Hunden kann hilfreich sein – aber nur, wenn man sich auf einen spitzartigen Hund vom Urtyp einlassen kann. Wer vorher einen ganz anders veranlagten Hund hatte, muss seine Erwartungen anpassen. → Mehr auch hierzu im ausführlichen Rasseporträt

5. Warum züchtet ihr diese Hunde?

Wir möchten zum Erhalt der Canaan Dogs beitragen, weil wir sie als uraltes Kulturgut und als gesunde, charaktervolle Begleiter schätzen. Weltweit gibt es nur rund 20 Züchter dieser Rasse, ihre Erhaltung ist entsprechend zeit- und kostenaufwendig.

6. Gibt es im Nahen Osten nicht viele freilebende „Canaan Dogs“? Was unterscheidet sie von euren Hunden?

Im Nahen Osten wird der Begriff „Canaan“ heute sehr weitläufig für freilebende Hunde aller Art verwendet. Diese Hunde entsprechen teilweise äußerlich dem Urtyp, den Rudolfine Menzel und ihr Mann in der Region Haifa/Karmel bis zur nördlichen Negev antrafen. Anbieter wissenschaftlich fundierter Gentests stufen weitgehend unvermischte Hunde des Mittleren Ostens in der Regel als „Middle Eastern Village Dog“ oder „Arabian Village Dog“ ein – genetisch und teils auch äußerlich unterscheiden sie sich vom Canaan Dog, der durch sein begrenztes Herkunftsgebiet ein eigenständiges genetisches Profil bildet.

7. Ich habe einen Hund aus dem Tierschutz, der ein Kanaanhund sein könnte – könnt ihr helfen?

Uns erreichen immer wieder Anfragen dieser Art, und wir helfen gerne. Hunde, die als Straßenhunde aufgewachsen sind oder davon abstammen, zeigen oft deutliches Melde- und Territorialverhalten und ähneln nach wenigen Generationen wieder dem Hund vom Urtyp. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um einen echten Canaan Dog handelt, ist jedoch praktisch gleich null, da es weltweit nur sehr wenige gibt (siehe Frage 6). Wir helfen trotzdem gerne mit Rat, wo wir können.

8. Ist der Canaan Dog aggressiv oder gefährlich?

Der Canaan Dog ist von Natur aus zurückhaltend und territorial, aber nicht aggressiv im Sinne eines unkontrollierten Angriffsverhaltens. Wie bei jeder Rasse hängt das tatsächliche Verhalten eines Hundes stark von der Genetik der Eltern, Aufzucht, Sozialisierung und Haltung ab. Hunde aus unkontrollierter Vermehrung oder ohne ausreichende Sozialisierung – unabhängig von der Rasse – können deutlich problematischeres Verhalten zeigen als Hunde aus einer sorgfältigen, gesundheits- und wesensorientierten Erhaltungszucht.

9. Woran erkenne ich eine seriöse und nachhaltige Canaan Dog-Zucht?

Achten Sie auf:

 – FCI-Anerkennung und Zuchtbuch-Eintragung in einem von der FCI anerkannten Zuchtbuch (Welpen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, sind für die bestehende Zuchtpopulation nicht nutzbar)

 – Gesundheitstests (u. a. auf Augenerkrankungen, HD, Degenerative Myelopathie)

 – genetische Diversitätsplanung

– Mitgliedschaft der Züchter in einem anerkannten Rasseclub mit FCI-Anschluss

– transparente Aufzuchtbedingungen

– eine ausführliche und offene Beratung vor der Welpenvergabe statt einfachem Verkauf

– und insbesondere auch auf eine fortwährende Betreuung nach der Welpenübergabe mit der Sicherheit, dass die Züchter im Notfall für eine Betreuung Ihres Hundes sorgen können.

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